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OB Schuster setzt für die Verbesserung der öffentlichen Verkehrsmittel voll auf Stuttgart 21. Ich sehe in diesem Projekt keine Alternative und keine Zukunft. Und zwar aus drei Gründen:
Erstens ist Stuttgart 21 verkehrlicher Nonsens. Die Zeitgewinne gehen fast vollständig auf das Konto der Neubaustrecke nach Ulm,
die auch ohne den Tiefbahnhof gebaut werden kann. Die Kapazität des neuen Bahnhofs
liegt mit nur acht Bahnsteigen und lediglich zwei Zulaufgleisen aus Zuffenhausen unterhalb der eines modernisierten Kopfbahnhofes.
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So entsteht ein unterirdischer Engpass, den niemand mehr aufbohren wird.
Zweitens wird Stuttgart 21 städtebaulich ein Desaster. Der extreme Verwertungsdruck hat sich schon bei den LBBW-Panzerschränken bemerkbar gemacht. Und so wird es weitergehen. Das Konkurrenzverhältnis zur Innenstadt zeichnet sich bereits ab. Die Retortenstadt wird Stuttgart nicht aufwerten, sondern entwerten. Zudem macht sich die Stadt in ihrer Entwicklung auf unabsehbare Zeit von den unsicheren Aussichten dieses Projekts abhängig und blockiert sich selbst.
Drittens scheitert Stuttgart 21 an den Kosten. Es ist bereits heute bekannt, dass zusätzlich zu den eingeplanten Milliardenbeträgen mindestens 500 Millionen Euro fällig werden. Dafür wird die Stadt einstehen müssen. Die Frage an den nächsten OB muss daher heißen: Ist Ihnen Stuttgart 21 eine weitere halbe Milliarde wert? Meine Antwort lautet eindeutig: Nein.
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